Die acht Befreiungen werden auch acht Befreiungen
von Bürden genannt. Du wirst eine detaillierte Erklärung dieser
Terminologie in jedem buddhistischen Lexikon finden, aber grundsätzlich
braucht der Buddhismus keine Worte.

 
Wenn wir Zazen machen, besteht unser Körper aus dem rechtmäßigen,
wahren Buddha-Dharma, und wir überschreiten die acht Befreiungen
und drei Welten. Einfach in Zazen sitzend, im rechten Zustand
der Aufmerksamkeit und der korrekten Haltung, werden die acht Befreiungen erlangt,
sind in ihren Geist eingeprägt. Wir sind vollständig von allen Fesseln befreit.

 
Auf den vier Ebenen von Form und Nicht-Form sind wir mit
Illusionen einer erhabeneren Dimension beschäftigt. Es ist,
als hättest Du bis jetzt zu viele Süßkartoffeln gegessen und zu viel
Alkohol getrunken und würdest dich nun leidenschaftlich nach
ausgefalleneren Vergnügen sehnen, dem sammeln von Antiquitäten
oder der Teezeremonie zum Beispiel; dann erhebst du dich noch
etwas und beginnst dich für Philosophie zu interessieren. Und dann
steigst du auf eine noch höhere Ebene auf und erlangst das
Bewusstsein von 'zanmai', Bewusstsein jenseits von Bewusstsein.
Hier bist du auf der letzten Stufe angelangt, verweilst aber noch
immer im Reich der Leidenschaften. Im Zazen, von dem wir
sprechen, gibt es nichts mehr. Das Zazen, das wir praktizieren,
überschreitet alle Stufen der Leidenschaftsleiter.




Aus 'Zen ist für nix gut',
Kapitel: Eine einzigartige Haltung,
von Kodo Sawaki, Angkor Verlag